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Hautkrebsvorsorge/ Hautkrebsscreening

Stichworte: Malignes Melanom ("Schwarzer Hautkrebs "), Spinozelluläres Karzinom, ("Stachelzellkrebs"), Basaliom ("Basalzellkrebs"), Hautkrebsvorstufen (aktinische Keratose, Lentigo maligna), Auflichmikroskopie, Dermatoskopie, Videomikroskopie, Videodokumentation von Pigmentmalen, Hautkrebsvorsorge


Die Häufigkeit des Auftretens bösartiger Neubildungen der Haut steigt bei Mittel- und Nordeuropäern seit Jahrzehnten steil an. Dies und die Tatsache, dass das Hautorgan natürlicherweise einer Vorsorge (Inspektion und Begutachtung) im Vergleich zu anderen Organen leicht zugänglich ist, macht die Hautkrebs-Vorsorgeuntersuchung zu einer der wichtigsten vorbeugenden Gesundheitsmaßnahmen in unserer Gesellschaft. Entsprechend der Qualitätsstandards der Praxis führen wir die Hautkrebsvorsorgeuntersuchung ausschließlich in Form der besonders gründlichen digitalen Video-Auflichtmikroskopie und -dokumentation durch. Das Verfahren umfasst: (1) die sorgfältige klinische Untersuchung des gesamten Hautorgans, (2) die Auflichtmikroskopie auffälliger Veränderungen, (3) die Prognoseeinschätzung einzelner Male unter Zuhilfenahme einer speziellen Analysesoftware und (4) die digitale Dokumentation zur Langzeitkontrolle.

Das Verfahren garantiert höchste diagnostische Sicherheit bei gleichzeitiger Vermeidung unnötiger Operationen. Es ist nicht Bestandteil des einfachen sogenannten "Gesetzlichen Hautkrebsscreenings", das weder die Langzeitdokumentation noch eine Vergleichsanalyse vorsieht und ermöglicht. Das "Gesetzliche Hautkrebsscreening", das seit 2008 auch von Nichtfachärzten ohne besondere Qualifikation durchgeführt werden kann, bieten wir nicht mehr an. Die Kosten für die digitale Videodokumentation werden von den Gesetzlichen Krankenkassen trotz des unbestreitbaren Zusatznutzens üblicher Weise nicht erstattet. Die Privaten Krankenversicherer übernehmen die Kosten hingegen in der Regel. Einzelheiten erfahren Sie von unseren Praxismitarbeiterinnen.

Derzeit erkranken in Deutschland etwa 9000 Menschen an dem besonders gefährlichen, weil früh streuenden, schwarzen Hautkrebs. Die Rate hat sich in den letzten 30 Jahren mehr als verdoppelt, die jährliche Neuerkrankungsrate beträgt zur Zeit damit etwa 12-14 pro 100.000 Einwohnern. Damit erkrankt fast jeder hundertste im Laufe seines Lebens an einem malignen Melanom. Nahezu 3000 Menschen sterben jährlich in Deutschland an der Erkrankung.

Schwarzer Hautkrebs ist heilbar! Dies gilt aber nur, wenn er im frühestmöglichen Stadium entfernt wird (geringe Tumordicke), weil er dann noch nicht in das Lymph- und Gefäßsystem einbricht und somit noch keinen Zugang zu anderen Körperorganen finden kann. Im Spätstadium ist die Heilungschance leider nur noch gering, befriedigende Therapieverfahren stehen nicht zur Verfügung, obwohl es einige mutmachende Ansätze gibt wie die hochdosierte langfistige Interferontherapie, die aber mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden ist.

Es gibt verschiedene Melanomformen mit unterschiedlich guter bzw. schlechter Prognose. Prinzipiell können Melanome in jedem Lebensalter und an jeder Körperregion auftreten. Sie entstehen entweder auf gesunder Haut oder auf einem vorbestehenden Muttermal. Nur in seltenen Fällen besteht eine typische Vorläuferveränderung (Altersmelanom im Gesicht auf Lentigo maligna).

Aus diesen Gründen ist die fachkompetente Hautkrebsvorsorge insbesondere für hellhäutige Menschen und Menschen mit vielen Muttermalen fundamental wichtig. 

Durch die verbesserte Früherkennung ist die Sterblichkeitsrate (Letalität) beim schwarzen Hautkrebs in den letzten 30 Jahren erheblich zurückgegangen. Während in den sechziger Jahren noch fast jeder zweite Erkrankte dem Leiden erlag, ist es heute nicht einmal mehr jeder fünfte. Die absolute Zahl der an schwarzem Hautkrebs versterbenden Menschen (Gesamtmortalität) in Mitteleuropa nimmt jedoch aufgrund der geschilderten überproportionalen Häufigkeitszunahme der Neuerkrankungen weiter zu.

Neben der klinischen Erfahrung der Untersucher unterstützen moderne technische Entwicklungen die korrekte Einstufung von Muttermalen als gut- oder bösartig.

In unserer Praxis wird neben der klinischen Untersuchung eine auflichtmikroskopische Untersuchung (Dermatoskopie) verdächtiger Pigmentmale angeboten. Wir waren selbst bei der Entwicklung der Dermatoskopie in der Münchener Universitäts-Hautklinik unter Leitung von Herrn Prof. W. Stolz beteiligt und haben auf diesem Gebiet wesentliche wissenschaftliche Arbeiten publiziert (ABCD-Regel der Dermatoskopie) und Vorträge auf Internationalen Kongressen gehalten.

In Fortentwicklung der Dermatoskopie besteht die Möglichkeit der digitalen Videomikroskopie (Videodokumentation von Muttermalen, "sequentielle Dermatoskopie"), wodurch die Überwachung von Muttermalen wesentlich erleichtert wird. Dabei werden die bestehenden Muttermale der einzelnen Körperregionen in der Übersicht aufgenommen, auffällige Male werden zusätzlich mikroskopiert, digital abgespeichert und sofort mittels eines speziellen Bildanalyseverfahrens ausgewertet (Größe,Form,Farbe etc.). Sofern eine Entfernung nicht nötig ist, kann bei einer späteren Kontrolluntersuchung im Bildvergleich auf die vorhandenen Daten zurückgegriffen werden, so dass exakt bestimmt werden kann, ob sich ein Mal in Farbe, Größe, Form usw. verändert hat. In unserer Praxis wird das Fotofinder®-Analysesystem verwendet. Wir haben diese Untersuchung bereits bei vielen Tausend Patienten durchgeführt und ein Bildarchiv von über 150.000 mikroskopischen Bildern aufgebaut. Im Rahmen der Hautkrebsvorsorge wird in der Praxis aufgrund der vielen Vorteile deshalb ausschließlich die digitale Videomikroskopie angeboten. Das sogenannte "gesetzliche Hautkrebsscreening" im Rahmen des EBM (gesetzlich Krankenversicherte) wird bei uns nicht angeboten. 


Neben dem malignen Melanom gibt es weitere bösartige Neubildungen der Haut, von denen das Basaliom (Basalzellkrebs)und das Spinozelluläre Karzinom (Stachelzellkrebs) die wichtigsten sind.

Beide Tumoren entstehen überwiegend (aber nicht immer!) in höherem Alter auf lichtgeschädigter Haut, wobei wiederum hellhäutige, sonnenbrandempfindliche Menschen besonders häufig betroffen sind.

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Das Basaliom ist die häufigste bösartige Neubildung an der Haut (über 120 Neuerkrankungen pro Jahr je 100.000 Einwohner). Wegen der fehlenden Tendenz zur Metastasierung wird es gerne auch als semimaligne ("halbbösartig") bezeichnet, was jedoch nicht darüber hinwegtäuschen darf, daß es jederzeit zu einem biologisch äußerst aggressiven Wachstum mit Zerstörung von Haut, Unterhaut und angrenzender Organstrukturen (Knorpel, Knochen, Muskel usw.) kommen kann. Dies führt dann in anatomisch kritischen Lokalisationen (Augenwinkel, Ohren, Nase, Oberlippe usw.) bei entsprechender Tumorgröße unter Umständen zu schwierigen Bedingungen. Auch hier ist deshalb die frühzeitige operative Entfernung unbedingt anzustreben.
Wir führen die entsprechenden Eingriffe in unserer Praxis in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) durch. Lediglich bei sehr großen Tumoren oder komplizierten Defektdeckungen mittels großer Hautlappenverschiebungen oder freier Hauttransplantationen ist eine zusätzliche "Kurznarkose" (Stand-by-Analgosedierung), selten eine Maskennarkose, erforderlich, die in unseren Operationsräumen von einem erfahrenen Narkosearzt durchgeführt werden. 

In einigen Ausnahmefällen kann zur Basaliomtherapie auch ein nichtoperatives Verfahren gewählt werden (Laser, Kältechirurgie, Photodynamische Therapie). Welche Maßnahme den jeweiligen Umständen nach die geeignete ist, wird mit den Betroffenen ausführlich besprochen.

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Nicht ganz so häufig entsteht das spinozelluläre Karzinom (ca. 10 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohnern und Jahr), dafür neigt es im Gegensatz zum Basaliom zur Streuung über die Lymphwege und ist deshalb als gefährlicher einzustufen. Dem Stachelzellkrebs gehen nicht selten Vorläufer-Hautveränderungen (sogenannte aktinische Keratosen) voraus, die meist lange bestehen und noch nicht bösartig sind. Deshalb ist es ebenfalls wichtig, rauhe, rötliche, reibeisenartig schuppende Hautveränderngen in lichtausgesetzter Haut hautfachärztlich kontrollieren zu lassen. Wenn ein Stachelzellkrebs vorliegt, ist ebenfalls die chirurgische Entfernung (Exzision) notwendig. Dies geschieht in den allermeisten Fällen wie beim Melanom und Basaliom ambulant im Rahmen einer schmerzlosen Operation in Lokalanästhesie.

Auch der Lippenkrebs gehört zu den Stachelzellkrebsformen. Zur Erzielung eines guten kosmetischen Resultats sind bei dessen Entfernung besondere dermatochirurgische Techniken erforderlich. Die entsprechende Erfahrung des Operateurs vorausgesetzt, lassen sich aber auch sehr große Lippenkarzinome ambulant entfernen, wobei die wiederaufgebaute Lippe oft schon nach kurzer Zeit kaum noch auffällt.

Neben diesen drei wesentlichen bösartigen Hauttumoren gibt es noch eine ganze Reihe weiterer, zum Glück sehr seltener Malignome der Haut und Schleimhäute, deren Erkennen und Therapie in unser Aufgabengebiet fällt.

Die meisten Muttermale (Pigmentmale) sind gutartig, jedoch gibt es eine solch ungeheure Vielfalt ihrer Erscheinungsformen, daß die Einordnung erhebliche hautärztliche Erfahrung voraussetzt. Dabei ist zu berücksichtigen, daß nicht nur die momentane Gut- oder Bösartigkeit eines Mals richtig beurteilt werden muß, sondern auch dessen Potenz und Risiko, bösartig zu entarten. Dies ist sehr wichtig bei Menschen, die sehr viele und oft auch untypische Muttermale haben (Syndrom der dysplastischen Nävi, BK-Mole-Syndrom), da es dann oft unmöglich ist, alle Male zu entfernen, andererseits aber gefährliche unbedingt entfernt und untersucht werden müssen. Grundsätzlich gilt, daß (statistisch gesichert) eine höhere Zahl von Muttermalen ein höheres Risiko für das Entstehen von Hautkrebs bedingt. Weitere Risikofaktoren sind: heller Hauttyp, Veranlagung (selbst früher schon Hautkrebs, Hautkrebs in der Familie), große angeborene Muttermale, häufige Sonnenbrände (besonders in der Kindheit) u.a.

Wir beraten Sie kompetent über Ihr individuelles Risko, die notwendigen Vorsorgeintervalle und ggf. erforderliche therapeutische Schritte.

Sofern die Entfernung von Muttermalen oder hautkrebsverdächtiger Veränderungen angezeigt ist, ist deren qualifizierte feingewebliche (histologische) Untersuchung in einem Speziallabor nötig. Wir arbeiten hierfür mit einem der renommiertesten deutschen dermatohistopathologischen Labors zusammen:

Die dort tätigen Dermatologen sind auf die mikroskopische Beurteilung ausschließlich von Hauterkrankungen spezialisiert.

Sofern sich eine Hautveränderung als nicht gutartig erweist, erhalten Sie von uns einen Nachsorgeausweis, in dem das Ergebnis der Untersuchung sowie weitere Kontrolltermine, notwendige Zusatzuntersuchungen usw. eingetragen werden.